Warum guter Kundenservice nicht am Kanal hängt - und was das für Voice bedeutet
Sprachassistenten im Kundenservice haben in den letzten Jahren einen enormen Sprung gemacht. Künstliche Intelligenz (KI) versteht heute nicht mehr nur einzelne Befehle, sondern ganze Anliegen: Sie führt Gespräche, liefert passende Informationen und stößt im Hintergrund direkt die nötigen Prozesse an. Ein Szenario, das noch vor Kurzem nach Science-Fiction klang, ist für Serviceteams längst greifbar geworden. Der Nutzen liegt auf der Hand: Erreichbarkeit rund um die Uhr, kürzere Wartezeiten und spürbare Entlastung für Mitarbeitende bei sich wiederholenden Aufgaben. Trotzdem gilt: Ein rundum überzeugendes Serviceerlebnis lässt sich nicht auf einen einzigen Kanal reduzieren, so leistungsstark Voice auch geworden ist. Der Grund ist einfach: Kundinnen und Kunden greifen längst nicht nur zum Telefon. Sie schicken E-Mails, füllen Kontaktformulare aus, nutzen den Chat oder springen mitten in einem Anliegen zwischen mehreren Kontaktwegen hin und her.
Voice bringt neue Möglichkeiten – aber nicht die ganze Lösung
Für eine gute Customer Experience spielt der Kanal keine Rolle. Unternehmen denken oft in getrennten Kanälen – organisatorisch, technisch, manchmal auch kulturell. Kundinnen und Kunden interessiert diese interne Aufteilung nicht im Geringsten. Was zählt, sind drei einfache Erwartungen: schnelle Reaktion, verlässliche Information und das Gefühl, verstanden zu werden. Ob die Anfrage übers Telefon oder per Mail kommt, ändert daran nichts. Wer KI im Kundenservice einführt, sollte deshalb nicht zuerst fragen, welcher Kanal als Erstes automatisiert wird. Die wichtigere Frage lautet: Wie begleiten wir Kundinnen und Kunden über die komplette Customer Journey hinweg konsistent, kompetent und schnell – egal über welchen Touchpoint sie sich melden?
Aus Kundensicht zählt nur das Ergebnis, nicht der Weg dorthin
Ein Blick in die Praxis zeigt: Neben der Telefonie schlummert gerade in der schriftlichen Kommunikation erhebliches, oft übersehenes Potenzial. In vielen Serviceabteilungen werden eingehende E-Mails nach wie vor von Hand gesichtet, kategorisiert und weitergeleitet – bisweilen sammeln sie sich sogar tagelang an, bevor überhaupt jemand zuständig ist.
Die Konsequenz für Kundinnen und Kunden: Eine heute gestellte Frage bleibt womöglich mehrere Tage unbeantwortet. Besonders bei Organisationen mit vielen Anfragen, etwa Stadtwerken oder Versicherungen, wirkt sich dieser Zeitverlust stark aus auf die Kundenzufriedenheit. Dabei folgen viele dieser Anliegen wiederkehrenden Mustern und sind klar strukturiert. Genau hier kann moderne KI ansetzen: E-Mails und andere schriftliche Nachrichten automatisch einordnen, relevante Inhalte herausfiltern, Antwortvorschläge erstellen oder komplette Vorgänge eigenständig abschließen. Voice und Schrift sind zwei Facetten ein und desselben Kundenservice.
Kanäle zusammendenken statt einzeln optimieren
Die eigentliche Aufgabe besteht darin, die verschiedenen Bausteine zu einem Ganzen zu verbinden. Denkbar ist etwa: Eine Kundin schreibt vormittags eine E-Mail, ruft mittags an und fragt am Folgetag noch im Chat nach. Ein wirklich intelligentes Servicesystem fängt bei jedem dieser Kontakte nicht wieder bei null an, sondern erkennt den Zusammenhang und macht ihn über alle Berührungspunkte hinweg nutzbar. Zwei Bausteine sind dafür unverzichtbar: eine saubere Integration von Systemen, Datenquellen und Kanälen als technische Basis sowie eine leistungsfähige Orchestrierung, die jedes Anliegen, unabhängig vom Eingangskanal, erkennt, einordnet und an die passende Stelle weiterleitet. In der Praxis heißt das:
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Voicebots übernehmen Telefonate und klären Anliegen eigenständig.
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KI-Systeme bearbeiten E-Mails und Formulareingaben automatisiert.
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Chatbots stehen Kundinnen und Kunden in Echtzeit zur Seite.
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KI-Agenten setzen im Hintergrund die passenden Prozessschritte in Gang.
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Mitarbeitende kommen genau dann ins Spiel, wenn menschliches Urteilsvermögen gefragt ist.
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Das Ergebnis ist kein loses Bündel einzelner Automatisierungstools, sondern ein durchgängiger, kanalübergreifender Kundenservice und daraus resultierend eine zusammenhängende Customer Journey.
Praxisbeispiele Rheinische Post und Verlag Nürnberger Presse: Groß denken, klein anfangen
Dass ein solcher Ansatz keine grundlegende Neuaufstellung der gesamten Serviceorganisation erfordert, belegen aktuelle Projekte aus der Praxis. Bei der Rheinischen Post erkannte man frühzeitig, dass insbesondere die schriftliche Kundenkommunikation großes Automatisierungspotenzial birgt. Die Digital Dialog, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Verlags, identifizierte konkrete Prozesse, in denen KI spürbaren Mehrwert liefert. Auch der Verlag Nürnberger Presse verfolgt einen ganzheitlichen Blick auf die Kommunikation mit seinen Kundinnen und Kunden.
Die Lehre aus solchen Projekten: Der Startpunkt muss nicht der komplizierteste Anwendungsfall sein. Entscheidend ist, dort einzusteigen, wo hohes Anfragevolumen auf wiederkehrende Abläufe trifft und Wartezeiten heute unnötig lang sind. Voice eignet sich oft hervorragend als erster Schritt, solange von Beginn an mitgedacht wird, wie sich die dabei gewonnenen Fähigkeiten auf weitere Kanäle übertragen lassen.
Mehr Tempo, mehr Konsistenz: der doppelte Effekt von KI
Wenn Voice und Schrift zusammenspielen, entsteht die Basis für einheitliche Servicequalität. Kundinnen und Kunden bekommen unabhängig vom gewählten Kanal dieselben, verlässlichen Informationen. Mitarbeitende arbeiten mit demselben Wissensstand. Prozesse lassen sich kanalübergreifend steuern und automatisieren.
Gleichzeitig liefert jeder einzelne Kontakt wertvolle Erkenntnisse: Welche Themen beschäftigen Kundinnen und Kunden am häufigsten? An welchen Stellen hakt es? Welche Abläufe erzeugen immer wieder Rückfragen? So wird KI im Kundenservice zu weit mehr als einem reinen Automatisierungstool für einzelne Kontaktpunkte: Sie liefert die Grundlage, um Kundinnen und Kunden besser zu verstehen und den Service laufend weiterzuentwickeln.
Fazit: Voice ist ein wichtiger Baustein - aber Customer Experience umfasst alle Kanäle
Die Zukunft des Kundenservice gehört keinem einzelnen Kanal, weder dem Voicebot noch dem Mailbot, Chatbot oder einem isolierten KI-Agenten für sich genommen. Der entscheidende Fortschritt entsteht im Zusammenspiel: Voice ermöglicht einen schnellen, persönlichen und jederzeit verfügbaren Kontakt. Schriftliche Kommunikation bietet parallel enormes Potenzial für Effizienz und Automatisierung. Erst durch durchgängige Integration und intelligente Orchestration lässt sich daraus eine wirklich stimmige Customer Journey formen.
Den Kanal wählt die Kundin oder der Kunde, nicht das Unternehmen. Genau deshalb muss eine KI-Plattform für exzellenten Kundenservice Voice und Schrift zusammenführen und über jeden Kontaktpunkt hinweg dieselbe Servicequalität sicherstellen.
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