Künstliche Intelligenz: Das sind die Hürden in deutschen Unternehmen

Künstliche Intelligenz (KI) hält ein Einzug in deutschen Unternehmen – das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens International Data Corporation (IDC). Nach ihr ist die Anzahl geplanter und eingeführter KI-Projekte in den vergangenen zwölf Monaten deutlich gestiegen und cloudbasierte KI-Software immer gefragter. So weit, so gut. Doch wie so oft gibt es auch eine Kehrseite.

KI-Entwicklung mit angezogener Handbremse

Entscheidende Hürden hemmen den Einsatz von KI in deutschen Unternehmen. Sie bremsen die Innovationsbereitschaft und führen dazu, dass KI hierzulande vorrangig zur Optimierung von Prozessen angewandt wird. In erster Linie um,

  • IT-Prozesse zu automatisieren (34 Prozent),
  • Sales- und Marketingprozesse zu automatisieren (31 Prozent),
  • den Personaleinsatz zu optimieren (30 Prozent).

Digitaler Pioniergeist hingegen bleibt in Deutschland eine Ausnahmeerscheinung. Nur 30 Prozent der deutschen Unternehmen setzen KI ein, um Innovationen voranzutreiben.

Die Hürden der KI

Der zögerliche Einsatz hat folgende Gründe:

  • Der Fachkräftemangel bremst IT-Aktivitäten (38 Prozent der befragten Unternehmen).
  • Die IT-Abteilung ist nicht reif genug (32 Prozent).
  • Die Bedingungen für Datensicherheit und Datenschutz sind unklar (29 Prozent).
  • Fachbereiche halten KI für nicht reif genug (25 Prozent).
  • Auswirkungen auf Governance und Regularien sind intransparent (22 Prozent).

KI und die fehlenden Fachkräfte

Der Fachkräftemangel ist ein ernstzunehmendes Problem vieler deutsche Unternehmen – das erlebe auch ich in Gesprächen immer wieder. Mehr als ein Drittel der Unternehmen hat Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. Doch ausbleibende IT-Aktivitäten mit fehlenden Fachkräften zu begründen, halte ich für einen großen Fehler.  

Ja, es stimmt: Die Einführung von KI bedeutet anfangs einen zusätzlichen Aufwand. 

KI muss intensiv trainiert werden. Nur mit einer ausreichend hohen Menge gleichartiger Dokumente oder Texte, lernt die Software wiederkehrende Muster, Ähnlichkeiten und schließlich Zusammenhänge zu erkennen. Und KI funktioniert nur, wenn sie verstanden und wie im Falle eines intelligenten Helpdesks vernünftig eingerichtet wird.

Das Positive daran: Die Arbeit ist heute schneller getan als gedacht – kein Vergleich mit den aufwendige Programmierungen in der Vergangenheit. IT-Abteilungen sind zudem in die Integration moderner KI-Lösungen nur noch marginal eingebunden. Die neuen Anwendungen sind so intuitiv bedienbar, dass zum Beispiel Ihre Service-Kräfte die Einstellung nahezu selbstständig übernehmen können. 

Hinzu kommt: Ist KI-Software einmal eingerichtet, erlöst Sie Ihre Mitarbeiter von lästigen Arbeitsschritten. Sie reduzieren mit einer gut ausgewählten Software bis zu 90 Prozent an Arbeitszeit. In Zeiten des Fachkräftemangels eher ein Argument für KI als gegen, oder?

Datensicherheit und -schutz: die Regierung ist auch gefordert

Damit dieser Prozess gelingen kann, brauchen deutsche Unternehmen allerdings auch die tatkräftige Unterstützung der Regierung. 

Mit der Verabschiedung der deutschen KI-Strategie hat die Regierung ein Zeichen gesetzt. Doch es müssen auch Taten folgen und zwar die richtigen. Verordnungen wie die Europäische Datenschutz-Verordnung oder die Einführung der DSGVO bewirken mit Sicherheit das Gegenteil. Anstatt Innovationsbereitschaft zu fördern, hemmen sie Unternehmen, mutige Schritte in Richtung KI und BigData zu gehen.

Auch im Bereich der deutschen und europäischen Regularien besteht großer Nachholbedarf bei den Regierungen. 

Für welche Zukunftsthemen ist KI wichtig? Was müssen die Bürgerinnen und Bürger über KI wissen? Welche Hemmnisse müssen ausgeräumt werden? Diese Fragen sollte die deutsche Regierung zügig klären und kommunizieren. Auf EU-Ebene müsste bald entschieden werden, welche KI-Einsatzbereiche zugelassen werden und welche nicht – andernfalls entstehen deutliche Standortnachteile möglicherweise auch für deutsche Unternehmen.

Beginnen Sie klein, aber richtig

Diese Reihe an offenen Fragen sollte Sie nicht davon abhalten, aktiv in die Arbeit mit KI einzusteigen. Meine klare Empfehlung: Setzen Sie klar messbare Ziele für den Einsatz von KI. Denken Sie innovativ. Die Umsetzung sollte dann mit einem kleinen Kernteam und einem übersichtlichen, klar abgesteckten Aufgabenbereich erfolgen. Von hier aus können Sie Ihr KI-Projekt jederzeit auf weitere Abteilungen und Aufgabenbereiche ausweiten.

Und falls Sie Zweifel hegen, wie disruptiv KI-Technologie wirkt und unser Leben schon verändert hat, dann können Sie sich folgende 20 Minuten:

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